Neulich bei Norma...

 

Ein Discounter in der Innenstadt, das hat mittlerweile Seltenheitswert. Schlimm für alle, die sich nicht bequem mit ihrem Hintern in ein Auto setzen können, um sich in periferen Riesensupermärkten billig zu versorgen.

Aber Gott sei dank gibt es ja noch Norma!

Ein sicher nicht der Oberschicht Zugehöriger versuchte auf seine Weise, die Waagschale Reich/arm ein wenig zu seinen Gunsten auszutarieren.

Vielleicht trieb ihn einfach auch der Hunger, sein gerade gekauftes Glas Bismarckhering an Ort und Stelle sofort zu verspeisen. Jedenfalls war es nicht zu „überriechen“, als die eingelegten Filets Stück für Stück mit den Fingern aus dem Glas geangelt und mit großem Appetit in den Magen des Clochards verfrachtet wurden.

Irgendwann im Laufe des einsetzenden Verdauungsprozesses muß im Gehirn (wo wohl durch die plötzliche Energieversorgung alkoholbedingte Abbauprozesse spontan gestoppt und dafür logische Denkprozesse unter Zuhilfenahme von Erinnerungen aus verloren geglaubten Datenbänken in Gang kamen) ein genialer Lichtblitz initiiert worden sein. Jedenfalls lief der arme Teufel plötzlich selbstbewußt zur Kasse und verlangte die Herausgabe eines neuen Glases Hering oder entsprechender Auszahlung in Bargeld, da der Fisch „nach Fisch“ geschmeckt habe! Es entspann sich eine nervenaufreibende Diskussion darüber, wann ein Fisch nach Fisch zu schmecken habe und wann nicht zwischen ihm und der leidgeprüften Kassiererin, in deren Folge ersterer schließlich die Oberhand gewann, weil letztere anstelle eines weiteren Zeit- und Nervenverlustes lieber die paar Kröten in den Wind schrieb.

 

 


Neulich bei Norma